Klinik am Leisberg - Therapie bei Depressionen

 
 
Belastungsstörungen

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"Die Depression ist eine Möglichkeit, sich Unerträgliches erträglich zu machen"

Depression

Die depressive Erkrankung ist gekennzeich-
net durch eine längerfristige Veränderung von Stimmung und Antrieb ins Negative, ver-
bunden mit verschiedenen Symptomen, die mehr oder wenig stark ausgeprägt sein können:

Symptomatik

  • Verlust des Interesses an Tätigkeiten, die früher Spaß machten (Hobbys, Sex usw.)
  • Freude wird nicht mehr empfunden. Geringerer Appetit mit Gewichtsverlust oder erhöhter Appetit mit Gewichtszunahme
  • Schlafstörungen, gekennzeichnet durch frühzeitiges Erwachen gefolgt von Grübeln oder durch Einschlafstörungen
  • Geringerer oder erhöhter Schlafbedarf
  • Ruhelosigkeit oder verminderte Aktivität, die anderen auffällt
  • Konzentrations- und Entscheidungs-
    schwierigkeiten, langsamer Gedanken-
    gang
  • Gefühl der Wertlosigkeit, geringeres Selbstbewusstsein oder unange-
    brachte Schuldgefühle
  • Wiederkehrende Gedanken an Tod oder Selbstmord, pessimistische Erwartungen
  • Sozialer Rückzug


”Morgens
Im Kurpark ca. 3 Min. von der Klinik entfernt. Hier drehen auch unsere „Frühsportler" ihre Runden

Ablauf der Depression
Depressionen verlaufen meist in Form von Krankheitsphasen (Episoden), die Wochen bis Monate, manchmal auch Jahre anhalten kön-
nen. Die depressiven Verstimmungen haben, vor allem wenn sie unbehandelt bleiben, die Tendenz erneut aufzutreten, und in manchen Fällen nehmen sie auch einen chronischen Verlauf, d.h. die depressive Stimmung wird zum Dauerzustand.
Depressionen gehen wie kaum eine andere Erkrankung mit hohem Leidensdruck einher, da diese Erkrankung ins Zentrum des Wohl-
befindens zielt und die Lebensqualität grund-
sätzlich beeinflusst.
Nicht nur vom subjektiven Erleben her, son-
dern auch objektiv gesehen ist die Depres-
sion eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung, was sich in der hohen Selbst-
mordgefährdung ausdrückt. Fast alle Patien-
ten mit schweren Depressionen haben zu-
mindest zeitweise Suizidgedanken.

Hintergründe der Erkrankung
Weltweit leiden 100 Millionen Menschen an und unter einer Depression. Etwa jeder vierte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an einer länger dauernden Störung seiner Stimmung.

Eine Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren können am Entstehen beteiligt sein, z.B. erb-
liche, körperliche, emotionale, psychologische, konfliktbezogene oder äußerlich belastende Faktoren  Es gibt in der Fachwelt viel Uneinig-
keit über die Ursächlichkeit einzelner Fakto-
ren. Für eine erfolgreiche Behandlung im Sin-
ne der Betroffenen ist die Frage der Ursäch-
lichkeit zweitrangig, da die Therapieplanung mehr auf die Intensität der Erkrankung und auf die Auflösung der aktuellen Konflikte ausgerichtet ist.

Unser Therapieangebot
Wir arbeiten mit einer Kombination aus Ein-
zel- und Gruppenpsychotherapie. Unsere therapeutischen Strategien haben sechs Hauptansatzpunkte:

  1. Depressive Stimmungslage überwinden
    Die neue, einladende Umgebung, freundlich-ehrliche Kontakte in einem entspannenden Rahmen und nicht zuletzt die wunderbare Lage der Klinik inmitten von ursprünglicher Natur unterstützen oft schon in den ersten Tagen ein inneres Umschalten, mit dem wieder mehr Öffnung und Ausdruck möglich wird.
  2. Psychopharmaka
    Bei einer entsprechenden Indikation verabreichen wir in Absprache mit un-
    seren Patienten Psychopharmaka, die sich für den initialen Gesundungspro-
    zess als unterstützend erweisen können.
  3. Den Sinn der Depression verstehen
    In der tiefenpsychologischen Aufarbei-
    tung der Entstehungsgeschichte kann die depressive Symptomatik oft sinnvoll verstanden werden. Wird die „Botschaft" der Symptomatik aufgegriffen, dann verliert sie ihre Grundlage und kann verschwinden.
  4. Gefühlsausdruck und Körpergefühl fördern
    Depression heißt wörtlich „nieder-
    drücken", unterdrückt werden oft die Gefühle wie z.B. Ärger. In den verschiedenen Gruppentherapien (z.B. Musik-, Tanz-, Kunst- Dramatherapie) wird daher der Gefühlsausdruck gefördert. Hier entsteht die Grundlage zu einem positiven Körpergefühl.
  5. Kontakt- und Beziehungsfähigkeit fördern
    Depressive Verstimmungen führen oft
    zu Einsamkeit und Rückzug. In der Therapie werden Ausdruck und Selbstöffnung freundlich gefördert, denn offene, gute menschliche Kontakte helfen in Krisensituationen und sind ein guter Schutz gegen den depressiven Rückzug.
  6. Körperliche Fitness fördern
    Eine intensive körperliche Belastung ist mit einer depressiven Stimmungslage nicht vereinbar. Kontrollierte wissen-
    schaftliche Untersuchungen zeigten, dass eine regelmäßige Konditionsbe-
    lastung (d.h. sportliche Betätigung mit mittlerer Belastung) besser und lang-
    fristiger antidepressiv wirkt, als jede andere bekannte Methode einschließ-
    lich Psychopharmaka.
    Jede auch noch so kurze körperliche Betätigung dürfte die Freisetzung von sogenannten Endorphinen stimulieren. Diese natürlichen, im Gehirn vorliegen-
    den Substanzen tragen zu einer guten Stimmungslage bei.
    Menschen, die regelmäßig Sport betrei-
    ben oder sich körperlich betätigen, sprechen oft auf Antidepressiva besser und rascher an als jene, die dies nicht tun. Eine normale Kondition, die man z.B. durch 3maliges joggen/walken pro Woche für eine halbe Stunde erreichen kann, bewirkt eine gute Unterstützung der Selbstheilung!